Über das Scheitern und den Erfolg der Habitat Weine eG

Über das Scheitern und den Erfolg der Habitat Weine eG

Es ist fast auf den Tag genau fünf Jahre her, als sich eine kleine Gruppe von Idealisten in Bissersheim versammelt hat, um die Habitat Weine eG zu gründen: das erste Weingut, dessen Gewinn kein Selbstzweck ist, sondern der Schöpfung einer artenreichen Kulturlandschaft dient – ein Ort, an dem Mensch und Natur unumkehrbar im Mittelpunkt stehen. Heute, im Jahr 2026, finden wir uns in einer der größten Absatzkrisen nicht nur des deutschen, sondern des globalen Weinmarktes wieder. Die Zeit ist reif für eine Einordnung der Lage – sowohl im Hinblick auf die Entwicklung des Weinmarktes als auch auf die Auswirkungen auf ein soziales Weinprojekt, das mit großen Ambitionen gestartet ist.

Dieser Bericht ist eine Mischung aus Lagebericht, Marktanalyse, Rechenschaftsbericht, persönlicher Einordnung und Zukunftsbild. Er soll offen zeigen, was richtig war, was falsch war, wo wir uns geirrt haben, welche äußeren Entwicklungen härter eingeschlagen haben als erwartet – und warum ich trotzdem hinter allen Entscheidungen stehe.


Die Ausgangslage und die Gründung der Habitat Weine eG

Die Situation 2011–2021: Von der Familienübergabe zur Genossenschaftsidee

Als das Weingut 2011 innerhalb der Familie an mich weitergegeben wurde, lag der Flaschenweinanteil bei etwa 10 % – das entspricht 10.000 bis 15.000 Flaschen pro Jahr. Der Rest der Produktion ging an große Kellereien, die den Wein zu immer schlechter werdenden Marktpreisen einkauften. Durch Hagel und Frost in den Jahren 2010 und 2011 in vielen deutschen Anbaugebieten, lag der Marktpreis für 1 Liter Wein bei 1,60 €/L. Da wir von solchen Ereignissen verschont blieben und stabile Ernten einfahren konnten, war es möglich den Fasswein kostendeckend abzugeben – eine Frage des Glücks und des richtigen Verkaufszeitpunkts. Mit heutigen Marktverhältnissen hätte das Weingut kein einziges Jahr überlebt. 

In den Folgejahren stieg die Zahl der Flaschenweine auf 70.000 Flaschen pro Jahr. Gleichzeitig brach der Marktpreis für den nicht selbst vermarkteten Wein dramatisch ein, während die Produktionskosten stiegen. Ziel war es, die 13 Hektar Rebfläche zu erhalten und möglichst 100 % davon selbst zu vermarkten. Um das zu erreichen, wurde viel Geld in eine Hochzeitslocation und Verkostungsmöglichkeiten investiert. Doch als diese fertiggestellt waren, schlug die Corona-Pandemie zu.

Corona und die Investitionsfalle

Zusätzlich zum unwirtschaftlichen Fassweingeschäft musste das gut gehende Flaschenweingeschäft – das auch während Corona wuchs – die beiden Veranstaltungsräume durchfinanzieren. Diese konnten zwei Jahre lang nicht genutzt werden, weil die Corona-Verordnungen eine Eröffnung verhinderten. Gleichzeitig mussten die hohen Kredite voll getilgt werden.

Überstanden haben wir diese Zeit, weil wir fast 2.000 Neukunden gewinnen konnten und alle Mitarbeitenden ein enormes Mehrpensum ohne finanziellen Ausgleich gestemmt haben. Doch bereits Ende 2020 war klar: Es konnte so nicht weitergehen. Trotz wirtschaftlichem Erfolg war es kein gutes Konzept, Gewinne aus dem Flaschenweingeschäft in leerstehende Eventlocations und ein differenzielles Fassweingeschäft zu stecken.

Die Idee eines sich selbst gehörenden Weinguts

Die schon lange angedachte Idee eines sich selbst gehörenden Weinguts wurde ausgearbeitet. Es sollte ein Weingut entstehen, das sich auf seine Stärken konzentriert und seine Gewinne für gute Löhne, eine resiliente Kulturlandschaft und einen zukunftsfähigen Weinbau in Deutschland verwendet.

Als Rechtsform wurde die demokratischste aller Rechtsformen gewählt – allerdings mit einer Vermögensbindung, wie sie bei Gesellschaften mit gebundenem Vermögen üblich ist. Damit die Satzungsziele unumkehrbar im Fokus stehen. Die Habitat Weine eG wurde mangels Namens zunächst als „Weingut WoW eG“ gegründet und später umbenannt.

Die Basis für den guten Wein sollte die seit Generationen in der Familie bewirtschaftete Fläche bleiben. Doch klar war: Man musste sich von der teuren und luxuriösen Infrastruktur in Bissersheim verabschieden. Weil nach Corona zunächst kein weiteres Wachstum im Flaschenweinbereich zu erwarten war und der Markt über Jahre massiv Probleme bekommen würde, wurden Weinberge gerodet, um Biotope zu bauen, Rebzeilen durch Baumzeilen ersetzt und zwei Hektar Rebfläche an einen anderen Bio-Betrieb verpachtet. Die Annahme war, dass wir ein paar Jahre nicht wachsen würden, aber weiterhin 70.000 Flaschen pro Jahr vermarkten könnten.

Es sollte anders kommen.


Die Entwicklung des Weinmarktes: Warum die Krise härter traf als erwartet

Der Preisverfall und die Überproduktion

Die Prognose hinsichtlich der Entwicklungen auf dem Weinmarkt hat sich voll erfüllt – doch der Preisverfall kam um ein Vielfaches härter als eingeschätzt. Obwohl bereits ab 2016 ein enormer Preisverfall stattfand, haben deutsche Winzer jeden Jahres bis 2022 weitere 300 Hektar Rebfläche geschaffen, indem Ackerland in Weinberge umgewandelt wurde. Das entspricht ca. 3 Millionen Liter mehr Wein pro Jahr – oder 28 Millionen Flaschen mehr Jahresproduktion gegenüber 2015.

Corona war in vielerlei Hinsicht ein Ausreißer: Kunden tranken deutlich mehr und horteten Wein zu Hause. Doch am Ende haben ca. 20 % aller unserer Kunden nach Corona aufgehört, Alkohol zu trinken (nicht-repräsentative Umfrage, 2025).

Die Euro-Umstellung: Der verpasste Aufschlag

Mit der Euro-Umstellung hat die Weinbranche meiner Meinung nach bereits den Großteil ihrer Wirtschaftlichkeit verloren. Betrachte ich unsere eigenen Weinpreislisten seit 1971, ist deutlich zu sehen, dass wir anhaltend 1 DM zu 50 Cent umgerechnet haben – während alle anderen Preise in Deutschland zu ca. 80 Cent umgerechnet wurden. Davon hat sich der Weinbau im Zusammenspiel mit der allgemeinen Verfügbarkeit von Wein durch die Industrialisierung des Anbaus nie erholt.

Die Illusion der Skaleneffekte

Gefühlt hat eine ganze Branche noch bis 2024 geglaubt, dass man durch Vergrößerung und Erhöhung der Schlagkraft immer mehr Kosten einsparen kann. Dabei müsste schon 2016 jedem klar gewesen sein: Wir schaffen es nicht, einen verfallenden Marktpreis mit immer mehr Fläche und Ernte zu kompensieren.

2022 haben wir genau das gemacht, was wir immer gemacht haben: 20 % mehr Flaschen gefüllt als im Vorjahr vermarktet und den Rest als Fasswein verkauft. Doch heute haben wir nur noch Teile des 2023er Jahrgangs im Verkauf – der gesamte 2024er und 2025er Jahrgang liegt noch im Weinkeller. Dort steckt unser ganzes Geld, das nicht in Land und Maschinen gebunden ist – die heute ebenfalls nichts mehr wert sind.

Würden wir diesen Fasswein auch nur zu den Preisen von 2011 oder 2012 verkaufen können, wäre die Habitat Weine eG wirtschaftlich allein tragfähig und stabil. Doch das ist heute nicht mehr möglich. Auch die Fläche weiter zu reduzieren, ist eine wichtige Maßnahme hin zur eigenständigen Rentabilität – aber sie allein löst das Problem nicht.


Welche Annahmen haben sich bestätigt?

Trotz aller Rückschläge: Einige unserer Grundentscheidungen waren richtig.

  • Biodiversität war richtig.
  • Weniger Fläche war richtig.
  • Qualität statt Menge war richtig.
  • Gute Löhne als Ziel waren richtig.
  • Die Vermögensbindung war richtig.
  • Die Genossenschaftsstruktur war richtig.

Die Grundidee war nicht falsch. Sie war notwendig – und sie ist es immer noch.


Wo lagen wir falsch?

Die Habitat Weine eG verkauft heute deutlich weniger Wein als noch 2022. Die Ursachen liegen nicht unbedingt in der allgemeinen Absatzkrise, sondern in internen Fehleinschätzungen und externen Widrigkeiten:

Falsche Annahmen und nicht eingetroffene Prognosen

  1. 180 Inhaber:innen als Multiplikator:innen – Die Aktivierung der Mitglieder ist weitestgehend gescheitert.
  2. Neues Steuerbüro und Automatisierung der Buchhaltung in 3 Monaten – Bis heute nicht erreicht.
  3. Partnerbetrieb an der Nahe bis 2024 saniert und übertragen – Beides bis heute nicht erfolgt, hat aber von 2022 - 2025 fast alle Kräfte gekostet. 
  4. Kunden aus der Corona-Zeit halten und begeistern – Ganz im Gegenteil: 2023 haben wir fast 80 % unserer Kunden verloren.
  5. Eingespartes Geld für Naturschutz und gute Löhne nutzen – Beides bis heute nicht möglich.
  6. Wir haben nur noch einen geringen bis gar keinen Fassweinanteil. – Genau das Gegenteil ist passiert.

Die Abhängigkeit von Einzelpersonen

Die Wachstumszahlen der Jahre 2011–2022 hingen fast zu 100 % an meiner Person (Wolfgang Bender). Die Gründung der Habitat Weine eG und alle damit verbundenen Widrigkeiten waren ein bis heute anhaltendes großes Problem. Auf dem Papier und in Gedankenwelten sind Dinge einfach schneller umgesetzt als in der Realität.


Wir Landwirte kennen es schlicht nicht anders

Arbeitsbelastung und Einkommen: Ein System am Limit

Von 2011 bis 2017 habe ich etwa 65 bis 70 Stunden pro Woche für das Weingut gearbeitet. Von 2011 bis 2014 sogar vollständig unentgeltlich – nur Wohnraum und ein Betriebsauto standen zur Verfügung.

Von 2015 bis 2022 stieg die Arbeitsbelastung auf zuletzt 95 Stunden pro Woche. Gleichzeitig lag mein Nettoeinkommen zwischen 500 und 1.500 € im Monat. Der Rest war faktisch ehrenamtliche Arbeit.

Mit der Habitat Weine eG sollte sich das ändern: Ein normales Einkommen und eine Reduzierung der Arbeitszeit waren zentrale Ziele. Tatsächlich waren von 2023 bis Februar 2026 bei einer Arbeitsbelastung von 105 Stunden pro Woche lediglich ca. 1.200 € netto möglich – ohne gestellten Wohnraum, aber mit Firmenauto.

Für Außenstehende mag das außergewöhnlich erscheinen. Ich kenne jedoch viele Winzer:innen, und leider ist das Bild häufig ähnlich. Vielleicht sind es keine 105 Stunden, sondern 90. Vielleicht sind es nicht 1.200 €, sondern 1.500 €. Das Grundprinzip bleibt jedoch dasselbe: Man versucht, alles zu erhalten – und stellt sich selbst hinten an.

Früher war die Weinlese die Ausnahme. Heute ist sie zum Dauerzustand geworden.

Früher war die Weinlese die Ausnahmebelastung eines Jahres. Ganze Nächte wurden durchgearbeitet, und danach brauchte man Monate, um sich körperlich und mental davon zu erholen.

Heute fühlt sich das gesamte Jahr so an, wie sich vor wenigen Jahren die Weinlese angefühlt hat.

Nicht die Arbeit im Weinberg ist dafür verantwortlich. Es sind die Vermarktung, die Bürokratie, Dokumentationspflichten und die vielerorts noch analogen Verwaltungsprozesse in Deutschland, die immer mehr Zeit binden. 

Wer seine Vermarktungsaktivitäten nicht verdreifachen konnte, kämpft heute mit enormen Umsatzrückgängen. In unserer Betriebsstruktur wo ich gleichzeitig das Büro, die Vermarktung, den Versand, den Weinkeller und alle Traktorarbeiten erledige ist das aber nicht möglich. 

Früher war die Weinlese die Ausnahme. Heute ist sie zum Dauerzustand geworden.


Die besondere Situation in Deutschland

Hätte die Gründung wie geplant funktioniert, wären Partnerschaften wie vorgesehen zustande gekommen und wären viele Verwaltungsprozesse digitalisiert, wäre die Geschichte der Habitat Weine eG möglicherweise anders verlaufen.

Vielleicht hätte dieses Modell in Estland oder Litauen, wo ein Großteil der Verwaltungsprozesse längst digital abläuft, sogar hervorragend funktioniert.

So wie die Rahmenbedingungen in Deutschland derzeit ausgestaltet sind, entsteht manchmal der Eindruck, dass kleine, werteorientierte Betriebe strukturell benachteiligt werden. Nicht, weil sich jemand ausdrücklich gegen sie ausspricht. Sondern weil die bestehenden Strukturen systematisch falsche Anreize zur Industrialisierung und Großbetrieben schaffen – Anreize, die am Ende weder für die Erzeuger selbst noch für die Konsumenten Vorteile bringen. Ich erkenne heute keine Gewinner in der Weinbranche. Natürlich gibt es einige Betriebe die keine Energie in Strukturprozessen verloren haben und Umsätze stabil halten konnten. Nur schaut man sich das Lohnniveau und die Arbeitsbelastung dagegen an und vergleicht dies mit Durchschnittswerten in Deutschland, wird einem schwindelig. Ich selbst habe nie richtigen Lohn erhalten. Vielleicht habe ich es deshalb so viele Jahre ausgehalten ohne es zu hinterfragen. Ich kenne es schlicht nicht anders. Auch von meinem Vater nicht. 


Was wurde erreicht?

Trotz aller Rückschläge: Wir haben vieles geschafft, das uns stolz macht.

Doch auch hier gab es Rückschläge:

  • Der Versuch, mit Naturschutzabos den Naturschutz zu finanzieren, ist komplett gescheitert (wir haben 4 Menschen begeistert, hätten aber 600 gebraucht).
  • Irritationen durch Gendern, Bio-Zertifizierung und die Rechtsform eG haben Kunden verunsichert.
  • Der Fokus auf den Umzug an die Nahe hat uns zu spät den Blick auf den eigenen Betrieb lenken lassen.

Die offene Frage: Wie viel sind wir bereit, für das Fortbestehen zu geben?

Die Frage für das Überleben der Habitat Weine eG ist nicht: „Wie lange funktioniert es noch wirtschaftlich?“, sondern: „Wie viel bist du bereit, für ein Fortbestehen zu geben?“

Wir haben uns über Jahre daran gewöhnt, kaum Geld zum Leben zu haben – neben der Arbeitszeit bleibt keine Zeit für Hobbys und Familie. Freunde wenden sich ab, wir leben in einer Parallelgesellschaft und halten Werte hoch, die wir am Markt nicht sichtbar machen können. Ja, die Lebensrealität aller Wein produzierenden Menschen hat sich sehr weit von der Realität der Zielgruppe entfernt. Vielleicht liegt auch darin ein großes Problem, warum wir kleinen Erzeuger immer weniger Menschen für Wein begeistern können und der Anteil an Konsumenten, die wirklich belanglosen Wein im Supermarkt kaufen, so hoch ist.

Unsere Zukunft wird von unseren Mitgliedern und einem Crowdfunding abhängen, dessen Basis ist, dass ich sehr gerne noch weitere 10 Jahre viele Stunden ehrenamtlich für die Idee der Habitat Weine eG arbeiten möchte. Ich liebe es, Wein zu machen, und ich liebe es, mich mit Weinen auszudrücken. Die Habitat Weine eG hat 250 Bäume in einer von Monokultur geprägten Landschaft gepflanzt. Ich persönlich brauche diese entstandenen Lebensräume, um aktiv an einer besseren Zukunft mitzuarbeiten.

Ich liebe alles, wofür dieses Weingut steht und was wir geschaffen haben. Nur wie soll man unter diesen Marktbedingungen und mit so vielen administrativen Aufgaben auf ein vernünftiges Einkommen erwirtschaften können? Das könnte derzeit kein Weinbaubetrieb in Deutschland für diese Arbeitsleistung aufbringen. Wir mit den Umsätzen von 2018–2022 könnten das. Auch das Weingut wieder von 15.000 Flaschen auf 70.000 Flaschen zu bringen, ist möglich. Nur wird es länger dauern als beim letzten Mal. Mein Einkommen wird so lange woanders herkommen. Das nimmt den Druck aus dem Alltag. Denn man misst sein Einkommen nicht mehr an der Arbeitsleistung.

Bis der Markt und die Anbauflächen bereinigt sind und Ruhe in der Welt eingekehrt ist. Bis wieder Frieden herrscht.

Wie kannst du dazu beitragen?
Ein konkreter Schritt wäre der Kauf eines Einkaufsgutscheins im Wert von 600 € in unserem Shop. Diese Gutscheine sind schuldrechtlich gegen Wein eintauschbar – und damit sicherer als Geschäftsanteile. 180 Menschen, die jeweils 600 € einbringen, würden das Weingut für zwei weitere Jahre finanzieren. Zwei Jahre, in denen wir uns sanieren können.

Eines ist jedenfalls relativ sicher: Würden wir an diesem Punkt scheitern, würden alle Naturschutzflächen und alle 250 Bäume, die wir gepflanzt haben, sofort wieder aus der Landschaft verschwinden. Denn in unserer Region gibt es niemanden, der diese Lebensräume in seinen Anbauflächen akzeptieren würde.

Wenn ich mein ganzes Geld und das Kapital der Mitglieder heute nochmal wie 2022 einsetzen könnte, würde ich alles nochmal genau so machen wie wir es in 2025 umgesetzt haben. Nur eben direkt ohne auf andere zu warten. Nur hätte ich die 13 ha nicht auf 9 ha reduziert, sondern mit dem Geld so viele Flächen wie möglich gekauft und in Naturschutz umgewandelt. Den Weinbau wirklich auf 2–3 ha reduziert. Nur wer kommt auf diese Idee, wenn er 70.000 Flaschen im Jahr verkauft und bisher nur Wachstum kannte?

Ein Ende wäre hart. 15 Jahre ehrenamtliche Arbeit im Weingut für nichts. Selbst mein Verzicht auf die ca. 90 % Kapitalanteile an der Habitat Weine eG wären bei dem aktuellen Wertverfall der Flächen kein ausreichendes Mittel, um die Geschäftsanteile der übrigen 10 % und damit der 180 Mitglieder zu retten. Allein mein eingebrachtes Land – mit einem Wert von 320.000–480.000 € im Jahr 2022 – ist heute nur noch ca. 120.000 € wert.

Nur: Was sollen wir euch verkaufen, wenn der Naturschutz selbst für euch unattraktiv ist und wir „Daydrinking“ nicht bewerben wollen? Veranstaltungen würden jetzt besser laufen als der Weinverkauf – doch wir haben uns aus guten Gründen 2022 vom Veranstaltungsbereich getrennt. Wir sind, was wir sind: Ein Weingut mit Fokus auf hochwertigen Weinen, Traubensaft und Naturschutz.

Wenn wir auf unsere Werte und unsere Einzigartigkeit verzichten müssten, um zu überleben – welche Daseinsberechtigung hätten wir dann noch? Wer würde dann bei uns Mitglied sein wollen?

Ich liebe, wofür dieses Weingut steht und was wir geschaffen haben. Und ich bin bereit, weiter für diese Idee zu kämpfen. Doch wir brauchen Deine Unterstützung. Bis Mitte August müssen wir im Schnitt 180 Menschen für 600 €-Wertgutscheine begeistern. Sonst wird uns jede Möglichkeit genommen, die Zukunft selbst zu gestalten.

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